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Tutorial: MPC-BE Player mit Zugriff auf die Dreambox als Tuner

  • Auf die Dreambox kann man mit verschiedenen Programmen zugreifen, um damit TV zu schauen, bspw. auf einem Notebook per WLAN in der Küche. Ich habe bereits beschrieben wie man dies unter Windows mit dem DVBViewer von Christian Hackbart bewerkstelligt.


    Heute geht es um den Media Player Classic, ursprünglich vom Ungarn Gabest als Open Source Projekt entwickelt und seit geraumer Zeit in verschiedenen Forks erhältlich, von denen der MPC-BE ("Black Edition") vom Russen Alexsej ("Aleksoid") sehr beliebt ist.


    Bis Version 1.5.2 konnte MPC-BE Playlists von der Dreambox ohne Probleme einlesen. Aktuelle Versionen enthalten einen erweiterten Streamparser (bspw. für Youtube), der auf syntaktische Unzulänglichkeiten in einer Playlist empfindlicher reagiert. Deswegen dieses Tutorial.


    Installation von MPC:


    - MPE-BE herunterladen (x86 (32 Bit) Version / x64 (64 Bit) Version)

    - Archiv entpacken und den Ordner an passende Stelle verschieben (x32 Version nach "Program Files (x86)", x64 Version nach Program Files")


    Playlist von der Dreambox holen:


    - im Webbrowser die URL/IP der Dreambox eingeben und im erscheinenden Webinterface die Playlist des gewünschten Bouquets exportieren (siehe Screenshot):



    1_playlist.PNG



    Bis zur MPC-Version 1.5.2 kann man nun einfach die so exportierte Playlist ("services.m3u") per Drag'n Drop in das Fenster des geöffneten MPC-BE ziehen, STRG-7 zum öffnen der Wiedergabeliste drücken und loslegen, indem man einen gewünschten Sender in der Playlist anklickt:


    mpc-be.PNG



    Für aktuelle Versionen des MPC-BE muß die "services.m3u" vorher noch mit einem Texteditor bearbeitet werden, damit diese funktioniert. Und zwar muß hinter jeder Sender-URL noch der Name hinzugefügt werden, damit die Syntax konform ist.


    Original:


    url1.PNG



    Editierte URL für "Das Erste HD" -> ":Das Erste HD" am Ende der URL eingefügt.


    url2.PNG



    Wem das Importieren einer Playlist auf Dauer zu mühselig ist, kann im MPC die Sender auch dauerhaft in die Favoritenliste aufnehmen, so das man auch aus dem laufenden Player heraus jederzeit auf einen Sender der Dreambox zappen kann:


    mpc-be_favs.PNG


    So, das waren nun viele Bilder und wenig Inhalt. :D Gegenüber anderen Playern ist der MPC-BE aber äußerst vielseitig, hat (wie VLC) ein komplettes Set an Splittern/Decodern schon eingebaut (aber ein wesentlich intutiveres und gefälligeres GUI) und das Beste: kostet nix :undweg:

  • hei hei....


    riiiiieeeeeesen dank an dich... schau ich mir später an....

    hatte es bezüglich meines threads noch nicht geschafft mit diesem player die kanäle im web-control zu öffnen...

    von der hdd null problem (bei klick auf "tv")...

    das bild welches dieser player hergibt wirkt viel kräftiger, dynamischer, besser....


    --gruss--


    luigi13

    E2 Box: DM7080, 4xs, 2TB FP, USB, Image MERLIN4 OE2.5, 0hne unnötiges Ex-Image als Plugin, Skin: NukeEvo & E2 Boxen 1x 900, 1x8000
    Antenne: T90 0,8°W | 4,8°E | 7,0°E | 9,0°E | 10,0°E | 13,0°E | 16.0°E | 19,2°E | 23,5°E | 28,2°E | 36.0°E | 39.0°E | 42,0°E
    Spaun 17089 NF, rundum zufrieden mit Merlin - geilstes Image - nehmt`s auch oder ärgert euch weiter


    auf die Erhabenheit einiger DB-besitzer mit ihren dummen, unnötigen, herablassenden Kommentare trefft ihr im Merlin-board "nicht"

  • Zu den "kräftigeren" Farben:


    VLC nutzt (da für verschiedenste Plattformen wie Windows, Linux und MacOS verfügbar) eingebaute Decoder (manche sagen dazu immer noch "Codecs", obwohl sie nur dekodieren). Diese sind kaputtprogammiert nicht zuletzt deswegen weil in den letzten drei Jahren immer mehr Novizen am Code von VLC rumpfuschen, während die ursprünglichen Programmierer längst die Segel gestrichen haben.


    So kommt es denn u.a. dazu, das TV-Farbräume wie REC.709 und BT.2020 fehlerhaft auf sRGB Devices wie den allgegenwärtigen LCD-Displays umgesetzt werden.


    MPC-BE macht es richtig, obwohl man da auch in den Settings bewußt falsche Dinge einstellen kann. Out of the box ist die (notwendige) Farbraumkonvertierung aber korrekt. Ich habe bisher nur eine Ausnahme gefunden, warum man externe Decoder ("Filter") wie LAV unter MPC benutzen sollte: UHD Content.


    extdec.PNG

    Media Player Classic BE: Benutzung eines externen Decoders -> Bsp. LAV Video Decoder)


    Generell (also jenseits von MPC) ist die Installation von Hendrik Leppkes LAV Splitter/Demuxer/Decoder Setsunter Windows nie eine schlechte Idee, weil somit auch minderbemittelten Playern auf Directshowbasis wie dem WMP ein gutes Set von "Codecs" zur Verfügung steht. Beide Programmierer (Alexej und Hendrik) kommunizieren übrigens rege im Doom9 Forum, arbeiten somit nicht aneinander vorbei ... :scream:

  • Das kommt immer sehr auf die GPU im wiederzugebenden Gerät an. Wenn die internen Decoder Probleme machen, kannst du dir entweder deren Konfiguration mal anschauen ob DXVA (Hardwarebeschleunigung) aktiv ist (bei der Wiedergabe im MPC auch in der Statusleiste unten am "GPU" Symbol erkennbar):



    gpu-1.PNG



    ... oder du installierst die LAV Decoder und aktivierst sie - wie oben beschrieben - im MPC.



    lav.PNG


    Am wichtigsten ist in den Einstellungen bei LAV (bei laufender Videowiedergabe kontrollieren), das DXVA (die gebräuchlichste GPU-Videobeschleunigung) aktiv ist.


    Ist es nicht aktiv (ruckelnde Videowiedergabe und/oder hohe Prozessorauslastung), dann hast du den Videodecoder entweder falsch konfiguriert, oder (auch wahrscheinlich) deine GPU im Rechner unterstützt für das entsprechende Videoformat keine GPU-unterstützte Dekodierung.


    HEVC kann von Intel-GPUs beispielsweise erst ab Intel Graphix 620 hardwaregestützt dekodiert werden, während bei Intel Graphics 4600 (Haswell) bei H.264 Schluß ist.

  • ok... habe jetzt viel versucht, weiss aber eig. gar nicht was ich hier treibe... alles was ich will ist:

    ich würde gerne mein fav.-bouquet so anwählen können wie du es auf pic.2 hast, oder wenn eben nötig wie auf pic.4

    zu den "Favoriten" des players... das habe ich (noch) nicht so, keine option da wo ich die liste einsehen könnte...


    meine service.m3u müsste doch korrekt sein (mit dem kanalnamen "dahinter"),... oder?

    ich habe sie "i.-wie" (weiss nicht mehr wie) in den player bekommen und kann mit den pfeiltasten (re. neben stopp)

    die kanäle rauf und runter schalten...


    "was" muss ich denn "wie" machen um den player so zu nutzen wie du es auf deinen fotos hast... wenn möglich bitte im

    chronologischem ablauf...


    besten dank für deine mühen...


    luigi13



    habe in der zwischenzeit vers. 1.5.2 auf dem PC um das "per Drag'n Drop in das Fenster des geöffneten MPC-BE ziehen"

    wenn nötig kann ich wieder die neueste vers. updaten...

    selbst ich seh, dass der player ziemlich schlank gehalten ist und bitte hiermit gleichzeitig um nachsicht, dass ich

    nicht alles "sofort" verstehe....


    ultra edit services.m3u 280420.PNG

    E2 Box: DM7080, 4xs, 2TB FP, USB, Image MERLIN4 OE2.5, 0hne unnötiges Ex-Image als Plugin, Skin: NukeEvo & E2 Boxen 1x 900, 1x8000
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    Spaun 17089 NF, rundum zufrieden mit Merlin - geilstes Image - nehmt`s auch oder ärgert euch weiter


    auf die Erhabenheit einiger DB-besitzer mit ihren dummen, unnötigen, herablassenden Kommentare trefft ihr im Merlin-board "nicht"

  • Die Frage ist: macht es Sinn, jetzt das Tutorial mit Fragen zu fluten? Danach darf man sich die Anleitungen wieder suchen. Ich denke, dass ich dann mal alles rauslösen werde, was nicht in ein Tutorial gehört

  • "was" muss ich denn "wie" machen um den player so zu nutzen wie du es auf deinen fotos hast... wenn möglich bitte im

    chronologischem ablauf...


    besten dank für deine mühen...


    Bis Version 1.5.2 des MPC-BE reicht es, das du die services.m3u deines exportierten Bouquets per Drag'n Drop in das Fenster des MPC ziehst. Drückst du dann STRG-7 (oder wählst im Menü -> "Ansicht" -> "Wiedergabeliste"), dann siehst du - wie oben abgebildet - deine Senderliste.

  • Codecs, Directshowfilter und Graphen - Videowiedergabe unter Windows oder "wtf will der Typ überhaupt von uns, ich will doch nur wissen warum mein Video nicht abgespielt wird"


    Eines vorweg: Ich möchte hier keinen kompletten Diskurs durch die Directshowarchitektur und Programmierung von Videotools von mir geben, sondern lediglich etwas zum grundlegenden Verständnis beitragen.


    Mit den Jahren kamen verschiedene Multimedia Frameworks unter Windows zum Einsatz, von denen die bekanntesten (in chronologischer Abfolge) sind:


    • VfW [Video for Windows] - 1992 eingeführt mit Windows 3.1
    • Directshow - 1996 erstmals unter dem Codenamen "Quartz / ActiveMovie" unter Windows 95 eingeführt
    • Media Foundation - COM basierendes Multimedia Framework, erstmals in Microsoft Vista implementiert


    Aus der VfW-Zeit basiert noch heute bei vielen Endnutzern die Vorstellung, das man zur Kodierung und Dekodierung von Videos einen "Codec" zu installieren hat. VfW wurde als Standardschnittstelle für Microsofts Video Container "AVI" geschaffen, und lediglich für diesen Container funktionieren VfW-basierende Codecs. Eine der (heute noch supporteten) Applikationen, welche lediglich VfW unterstützen, ist VirtualDub.


    Um den Restriktionen von VfW zu entfliehen und ein möglichst universelles Framework für Audio- und Videoformate zu schaffen, wurde (über mehrere Zwischenschritte wie ActiveX) 1996 Directshow aus der Taufe gehoben, welches (aus Sicht der Wiedergabe von Multimediafiles) vier Komponenten bereitstellt:


    1) Source Filter (bspw. Demuxer welche Audio, Video und Subtitles aus einem Container wie MKV trennen)

    2) Transform Filter (bspw. Filter, die ein Video drehen, Farbkorrekturen etc ermöglichen)

    3) Encoder/Decoder Filter (bspw. Audiodecoder für MPEG2-L1/AC3, Videodecoder für MPEG1/2 ...)

    4) Renderer (bspw. VMR9 / Enhanced Video Renderer ...)


    Jeder dieser Filter wird (als DLL oder AX Library) unter Windows registriert ("regsvr32 blabla.ax") respektive deregistriert ("regsvr32 -u blabla.ax") . Mit der Registrierung werden dem System Eigenschaften mitgeteilt wie Merit (Priorität) und Features ("was kann ich").


    Beim Doppelklick auf eine Mediadatei versucht eine Directshowapplikation (wie der Windows Media Player) erst einmal "einen Graphen" zu bauen, also im System nach passenden Demuxern/Splittern und Decodern zu suchen und diese dann möglichst passend zu verknüpfen:


    1_graph.PNG


    Abschließend sucht der Player noch passende Renderer für die Video- und Audioausgabe. Dazu später mehr.


    Es kann nun vorkommen, das auf einem Windowssystem mehr als ein passender Decoder bspw. für MPEG-2 installiert wurde. Welchen Decoder nimmt die Applikation nun am besten? Bei dieser Frage wird es kompliziert. Zu jedem Directshowfilter gibt es - wie bereits erwähnt - einen sogenannten "Merit", eine Priorität. Je höher der Merit, desto höher wird der Einsatz dieses Filters forciert. So kommt es zu unschönen Situationen das der WMP bis vor kurzem den präferierten XYZ Videodecoder nutzte, aber nach Installation eines weiteren "Codecpacks" plötzlich die Wiedergabe durch einen höher priorisierten, aber minderbemittelten Decoders zerschossen wurde.


    03_merit_example.PNG


    In diesem Falle behilft man sich (als kundiger Nutzer) NICHT dadurch das man wild Software installiert oder deinstalliert bis es passt, sondern händisch eingreift und "seine" Demuxer/Decoder Filter neu priorisiert.


    In obigem Beispiel (LAV Video Decoder) seht ihr rechts im Screenshot, das der Merit auf 00800000 respektive "prefered" gesetzt ist. Ihr könnt, sofern sich ein anderer "Codec" vorgedrängelt hat, also entweder den gewünschten Filter ("Codec") höher priorisieren oder den sich vordrängelnden Filter runterpriorisieren ...


    Eine vertrackte Situation. Life is a bitch, und natürlich denkt jeder Programmierer das seine Software die Beste ist. Mit dem Resultat das ein Priorisierungswirrwar entsteht, die sogenannte "Codechölle."


    Um dem zu entfliehen entstanden damals recht schnell die ersten Player mit integrierten "Codecs." Für den Endnutzer bedeutete dies erst einmal die Kontrolle über seinen Rechner zurückzuerhalten, weswegen sich solche Player (Beispiel: VLC, MPC) großer Beliebtheit erfreuten und noch erfreuen.


    Nicht unerwähnt sei, das einige Player (wie auch der WMP) intern immer bestimmte Splitter und Decoder benutzen, egal wie man rumpriorisiert. Weswegen ich erwähnte das die Sache komplizierter ist, als sie auf den ersten Blick erscheint.


    Teil 2:


    Da dieses Tutorial für den MPC gedacht ist, beschränken wir unsere Sichtweise auf das Directshow Framework auf diesen Player. Der MPC-BE unterstützt sowohl interne als auch vom System bereitgestellte (externe) Filter. Per Default sind die internen Filter aktiv, weswegen Gabests Player oft als "one file wonder" tituliert wurde:


    mpc_interne.PNG


    In den Optionen unter "Interne Filter" seht ihr in verschiedenen Tabs die Source Filter ("welche Container kann ich auseinandernehmen") sowie die Decoder für Audio und Video. Deaktiviert ihr die Checkbox davor, entzieht ihr MPC die Fähigkeit einen bestimmten Demuxer/Decoder zu nutzen. Er greift dann automatisch auf die Filter des Betriebssystems zurück.


    Ihr könnt MPC aber auch dezidiert mitteilen, das ihr bestimmte Directshowfilter benutzen wollt. Dazu geht ihr auf "externe Filter":


    mpc_externe.PNG


    In diesem Beispiel habe ich den LAV Video Decoder mittels "hinzufügen" dem MPC hinzugefügt und mittels "bevorzugen" im Merit so angehoben, das dieser Decoder bevorzugt benutzt wird. In der unteren Listbox sieht man welche Features der Directshowfilter dem System gemeldet hat.


    Per Doppelklick auf einen DS-Filter kann ich seine Properties aufrufen, sofern diese vorhanden sind:


    lav_dialog.PNG


    Beim LAV Videodecoder kann ich, wie unschwer zu sehen, eine Menge konfigurieren :floet:. Die für die Performance wohl wichtigste Option ist die Wahl der gewünschten GPU-Unterstützung. Wenn man diese Wahl dem Betriebssystem überlassen will, wählt man hier DXVA (native). Generell eine gute Wahl.


    Nutzt man eine Intel GPU (bspw. in vielen Notebooks ohne dezidierten Grafikchip), dann kann man auch Intel Quicksync wählen, was noch ein paar Prozentpunkte weniger CPU-Belastung herausschindet und u.a. auch Hardware Deinterlacing erlaubt.


    Nennt man eine Nvidia GPU sein eigen, kann man auf Nvidias CUDA Framework (Nvidia CUVID) optionieren. Ich empfehle als Opportunist (KISS-Prinzip -> keep it stupid and simple) DXVA native zu verwenden, das macht die wenigsten Probleme.


    ... to be continued.